Amazon testet eigenen Lieferservice

Die letzte Meile für die Endkundebelieferung muss Amazon noch Amazon testet eigenen Lieferservice Paketdienstimmer ein Dorn im Auge gewesen sein. Anders sind die Vorstöße vom November 2015 in Sachen City-Logistik nicht zu deuten. Mit einem eigenen Lieferdienst nimmt man nun auch noch (teilweise) das letzte Glied der Logistikkette in die Hand. In München hat sich der Versandhandelsriese erst mal Kapazitäten für ein Umschlagzentrum gesichert. Es ist davon auszugehen, dass mittelfristig in weiteren Städten Verteilzentren eröffnet werden, aus denen heraus, Endkunden im Stadtgebiet beliefert werden.

Was hat Amazon konkret vor?

Amazon verfolgt nach meiner Interpretation 2 Ziele:

Ziel 1: Man möchte sich auf der letzten Meile unabhängig von DHL, Hermes oder DPD machen und Innovationen in der Paketzustellung wahlweise selbst vorantreiben.

Ziel 2: Darüber hinaus peilt Amazon Lieferkonzepte an, die es ermöglichen, Waren innerhalb einer Stunde im Stadtgebiet zu versenden. Das ließe sich prima für hochwertige Aktionsware nutzen, beispielsweise für den Verkauf der zukünftigen iPhone-Generationen.

Was bedeutet dies für Kurierdienste und die KEP-Branche?

Als ich 2014 den Innovationskongress des BdKEP besuchte, da hörte ich bei diversen Gesprächen heraus, dass sich die Kurierbranche zum damaligen Zeitpunkt (2014) als Spezialist für die letzte Meile sah. Das war sicher zutreffend, allerdings merkte ich schon damals an, dass die Kurierdienste keinen direkten Zugang zu Versendern aus dem Onlinehandel haben und die letzte Meile nur für den B2B-Markt bedienen.

In München dürfen sich nun Kurierdienste mit der „last-mile-Logistik“ auseinandersetzen und die Aufträge kommen von einem Onlinehändler. Eine Handvoll Unternehmen stellen im Großraum München nun Pakete im Auftrag von Amazon zu. Ich denke, das Modell hat Symbolcharakter und wird in weiteren Städten zur Anwendung kommen. Was die Kurierdienste dann verdienen, steht auf einem anderen Blatt.

Was bedeutet dies für DHL, Hermes & Co.?

Es ist davon auszugehen, dass der Paketmarkt im Bereich B2C weiter wächst. Sollte sich Amazon in Zukunft mehr vom Kuchen abschneiden, dann bleibt für den Wettbewerb zunächst nur weniger Wachstum übrig. Großen Schaden sollten DHL, Hermes & Co. noch nicht nehmen.

Unruhig wird es in der Branche erst dann, sollte die Zustellung einen technologischen Schub erfahren (Uber lässt grüßen). Wenn Pakete dann den Empfänger erreichen, wenn er tatsächlich an einem beliebigen Ort anzutreffen ist (den der Zusteller natürlich kennt). In dem Fall wird Amazon nicht nur Marktanteile gewinnen, sondern auch die Preise beeinflussen. Die dann voraussichtlich (signifikant) fallen werden.

 

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