Illegale Preisabsprachen bei Paketdienstleistern

Diese Nachricht war im Dezember 2015 nur eine Randnotiz, warf aber kein gutes Licht auf eine Branche, die es generell schon Paketauto Beispielschwer hat. Wegen illegaler Preisabsprachen verhängte die Kartellbehörde Frankreichs Bußgelder für Paket- und Frachtdienste in Höhe von 672,3 Millionen Euro (wie das Handelsblatt in seiner Onlineausgabe berichtete). Betroffen sind auch Tochterfirmen von deutschen Paketdienstleistern. Es ist zu vermuten, dass Paketsendungen von Deutschland nach Frankreich zu überhöhten (wettbewerbswidrigen) Preisen abgerechnet worden sind.

Nach meinen Kenntnisstand kostet der Versand eines durchschnittlichen Paketes aus Süddeutschland nach Frankreich zwischen 7 und 10 Euro (Standardabmessungen, bis zu 10 kg). Die Paketdienste bieten häufig einen Pauschalpreis an, manchmal auch einen Basispreis zzgl. gewichtsabhängiger Kosten. Hier beginnt das Dilemma.

Die Versandkosten für ein Paket unterliegen vielschichtigen Einflüssen (Strukturdaten): Versandgewicht, Versandvolumen, Vorlaufkosten (wo sitzen die Versender); Hauptlaufkosten (von Hub zu Hub); Nachlaufkosten (wo sitzt der Endkunde). Und nicht zu vergessen: dem Dieselpreis.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Pauschalpreis für hunderte oder tausende Pakete eines Versenders all diese Einflussfaktoren berücksichtigt. Nicht mal dann, wenn es regelmäßige Preisanpassungen gibt. Ein derart komplexes Berechnungssystem lässt sich wohl auch nicht für Interne durchschauen. Insofern scheint es regelrecht verführerisch zu sein, entweder die Preise von der Konkurrenz zu kopieren bzw. zu unterbieten. Oder sich gleich darüber auszutauschen, wie Preise sich entwickeln sollen.

Wenn man den Informationen Recht geben darf, dann fanden die Preisabsprachen zwischen 2004 und 2010 statt. Kaum zu glauben, dass die Marktteilnehmer bei höheren Volumina in den letzten Jahren, die Beine stillgehalten haben.

Und was sollen Versender tun, um derartige Marktmanipulationen zu umgehen?

1) Paketsendungen breit ausschreiben!
Wettbewerb zahlt sich aus. Wobei nicht nur auf den Pauschalpreise geachtet werden sollte (siehe Strukturdaten).

2) Bündelungsmöglichkeiten prüfen!
In der Region, in der Branche, mit Unternehmen, die ähnliche Anforderungen an Laufzeit und Qualität haben.

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